08.09.17

Pressemitteilung - Alphabetisierung und Grundbildung – es gibt noch viel zu tun!


Am 08. September begeht die UNESCO nun zum
51. Mal den Weltalphabetisierungstag –
um auf geschätzte 758 Millionen Menschen weltweit aufmerksam
zu machen, die nicht umfassend lesen oder schreiben können!


Die Katholische Erwachsenenbildung Deutschland (KEB) unterstützt diese Kampagne wie schon in den letzten Jahren um den Blick auf die Situation in Deutschland zu lenken: Denn auch für Deutschland sind die Zahlen erschreckend: Rund 7,5 Millionen Deutsche können nicht ausreichend lesen und schreiben und gelten damit als funktionale Analphabet/innen. Dies bedeutet für den Einzelnen eingeschränkte Entfaltungs- und Beteiligungsmöglichkeiten, ist aber auch gesamtgesellschaftlich problematisch. So betont Elisabeth Vanderheiden, Bundesvorsitzende der KEB Deutschland: „Menschen ihre Selbstwirksamkeit erfahren zu lassen, sie in ihrem eigenverantwortlichen Handeln im persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Leben zu unterstützten und somit auch umfassende Teilhabe in allen Lebensbereichen möglich zu machen ist originärer Auftrag der Katholischen Erwachsenenbildung.“
Dieser Logik folgend hat sich die KEB Deutschland verstärkt dafür eingesetzt, dass Alphabetisierung durchaus primär als Steigerung von Lese- und Schreibkompetenzen, aber umfassender im Sinne von Grundbildung verstanden wird. Dieses erweiterte Verständnis zeigt sich nun erfreulicherweise deutlicher in der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, die gemeinsam von Bund und Ländern sowie weiteren Strategiepartnern getragen wird. Gleichzeitig ist es der KEB ein wichtiges Anliegen, dass neue Formen der Zielgruppenerreichung weiter erforscht und die Lebenswirklichkeiten und tatsächlichen Bedarfe der Menschen stärker in den Fokus genommen werden müssen. Das neue Förderprogramm des BMBF geht mit der Ausrichtung auf die „Lebensweltorientierung“ einen guten ersten Schritt in diese Richtung. Allerdings bedarf es nicht ausschließlich projektorientierter, sondern auch dauerhafter finanzieller Unterstützung seitens des Bundes und der Länder, denn Alphabetisierung und Grundbildung ist und bleibt eine langwierige und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Alphabetisierung braucht einen langen Atem! Da greifen die kurzen Förderperioden auf Bundes- und Länderebene oft zu kurz. Auch wäre eine stärkere Abstimmung zwischen Bundes- und Landesaktivitäten sinnvoll.“, unterstreicht die Bundesvorsitzende Elisabeth Vanderheiden.
Als Projektträger des vom BMBF geförderten Projektes „Metakognitiv fundiertes Lehren und Lernen in der Grundbildung“, als Mitträger des Landesnetzwerkes Alphabetisierung und Grundbildung (KEB Sachsen Anhalt) als Anbieter von Fortbildungen für Lehrkräfte in der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit (KEB Rheinland Pfalz) oder in unterschiedlichen lokalen und regionalen Projekten – die KEB Deutschland und ihre Mitglieder sind dabei, wenn es um die nachhaltige Umsetzung von Alphabetisierung und Grundbildung geht!

 


 

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