26.11.15

Fachtagung zur Katholische Erwachsenenbildung 40 Jahre nach der Würzburger Synode

„Die Zeichen der Zeit erkennen“ gilt auch für die Katholische Erwachsenbildung

Unter dem Titel „Katholische Erwachsenenbildung in Deutschland – Grundauftrag, Situation, Perspektiven“ fand heute eine Fachtagung Katholische Erwachsenenbildung Deutschland (KEB) in Kooperation mit der KEB im Bistum Würzburg und der Domschule, der Akademie des Bistums Würzburg, statt.
Vor 40 Jahre verabschiedete die Würzburger Synode ihren Beschluss „Zur Weiterbildung/ Erwachsenenbildung in katholischer Trägerschaft“ und vor einem Jahr veröffentlichte die Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen  Bischofskonferenz die „Handreichung zur Katholischen Erwachsenenbildung in  Deutschland“. Diese beiden Ereignisse waren Anlass der Fachtagung, an der über 70 Verantwortliche und Kursleitende der Katholischen Erwachsenenbildung teilnahmen.
Ihre tägliche Arbeit wurde an historischem Ort gleich zu Beginn in besonderem Maße gewürdigt. Auf das Engagement im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingslage blickend, betonte die Bundesvorsitzende der KEB Deutschland, Elisabeth Vanderheiden, die große Flexibilität und Handlungsfähigkeit der Katholischen Erwachsenenbildung und forderte eine breitere gesellschaftliche und politische Anerkennung der Arbeit der katholischen Bildungsinstitutionen.

Auch der Würzburger Bischof und stellvertretende Vorsitzende der Kommission für Wissenschaft und Kultur, Dr. Friedhelm Hofmann, unterstrich in seiner Keynote die Bedeutung der Katholischen Erwachsenenbildung als integraler Bestandteil der kirchlichen Bildungsarbeit. Katholische Erwachsenenbildung eröffnet Räume des offenen, fairen und unideologischen Dialogs. Dies sei besonders wichtig gegen Extremismen und Komplexitätsreduktion. Anschließend zog Prof. Dr. Norbert Mette (emeritierter Professor für Religionspädagogik) in seinem Vortrag kritisch Bilanz zu 40 Jahren Katholischer Erwachsenenbildung, indem er zentrale Punkte der 2014 erschienenen Handreichung näher beleuchtete. Es sei zu begrüßen, dass nach 40 Jahren eine Verlautbarung erschienen sei und dass darin ein Verständnis von Bildung gefordert werde, dass sich „dem allgemeinen Trend zur Funktionalisierung und Ökonomisierung von Bildung“ widersetze. Prof. Dr. Julia Franz (Universität Tübingen) ging in ihrem Vortrag auf die Herausforderungen ein, denen sich aus andragogischer Sicht die Katholische Erwachsenenbildung von heute stellen muss.
Die anschließende Diskussion in den Kleingruppen zeigte auf, dass sich die Katholische Erwachsenenbildung den genannten Herausforderungen schon stellt. „Die katholische Erwachsenenbildung ist z.B. exzellent aufgestellt im Bereich der Flüchtlingsarbeit, der Qualifizierung von Ehrenamtlichen, des 3. und 4. Lebensalters, der theologischen Bildung oder des globalen Lernens. Die interreligiöse Bildung sowie die aufsuchende Bildungsarbeit werden wir aufgrund der Entwicklungen noch weiter ausbauen“, so Vanderheiden. „Aber wir sehen auch durchaus noch Entwicklungsbedarf, z.B. im Bereich der Digitalisierung, bei Bildungsangeboten, die die Option für die Armen und Benachteiligten noch konsequenter umsetzen sowie in der Sozialraumorientierung“, führt Domkapitular Dr. Helmut Gabel, Vorsitzender der KEB im Bistum Würzburg, aus. Die Verantwortlichen in der katholischen Kirche forderte er auf, Erwachsenenbildung stärker in den theologischen und religionspädagogischen Studiengängen zu verankern.


 

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